Wir bereisten vom 10. – 15. Januar 2024 die Diözese Rulenge-Ngara und wurden von Bischof Severine und seinem Team beherbergt. Severine nahm sich viel Zeit für uns und führte uns durch seine Diözese. Wir besichtigten Schulen, Spitäler, aber auch ein neu erbautes Wasserkraftwerk und eine in der Projektphase stehende Nickelmine.
Die Diözese grenzt an die Länder Ruanda und Burundi sowie an den Victoria-See. Die Einwohnerzahl beträgt 1’100’000, davon sind 350’000 römisch-katholisch. Burkard Huwiler war der erste Bischof und wirkte von 1929 –1948 von Bukoba aus. Bischof Severine Nivemugizi leitet diese Diözese seit 1997; das Bischof Burkard Huwiler Werk unterstützte ihn in dieser Zeit mit jährlichen Spenden. In den Jahren 2010 und 2014 besuchte uns Severine in der Schweiz und genoss unsere Gastfreundschaft.

Unser Werk hat in der Vergangenheit Schulen und gesundheitliche Einrichtungen unterstützt. Diese wollten wir
besichtigen, aber auch Land und Leute kennenlernen.
Schulsystem in Tansania
Das Schulsystem Tansanias ist in drei Phasen strukturiert, welche alle kostenfrei angeboten werden:
Sieben Jahre der verpflichtenden Grundschule (Kindergarten & Primary-School), gefolgt von vier ebenfalls
obligatorischen Jahren Secondary Education.
Die Schüler schliessen nach 11 Jahren mit dem Ordinary-Level ab. Besucht man die Schule 2 weitere Jahre, kann diese mit dem Advanced-Level abgeschlossen werden. Dieser Abschluss berechtigt dann zum Zugang an die Hochschulen.
Die staatlichen Schulen werden als Tagesschulen geführt und sind kostenlos. Einzig die Schuluniform muss gekauft werden. In Tansania besteht ein akuter Lehrermangel und es werden von einem einzelnen Lehrer Klassen mit bis zu 800 (achthundert!) Schülern geführt. Dementsprechend ist das Niveau sehr tief.
Die Diözese Rulenge-Ngara führt in ihrem Gebiet mehrere Schulen auf Primary und Secondary-Level. Diese werden als Internat geführt und sind kostenpflichtig. Das Schulgeld pro Kind und Jahr kostet 1’400’000.- Tanzanische Schilling (ca. Fr. 500.-). Die Klassengrössen sind 50-85 SchülerInnen.
Bischof Severine hat schon früh begonnen die Fächer in der Secondary-School berufsspezifisch zu gestalten. Es werden Berufsausbildungen als Maurer:in, Landwirt:in, Schneider:in oder Tourismus-Angestellte angeboten. Dies hat den Vorteil, dass die Absolvent:innen die Chance haben nach der Schulbildung in einem Beruf Fuss zu fassen. Dieses System haben
die staatlichen Schulen mittlerweile übernommen. Severine stellt vorzugsweise Priester als Schulleiter und Lehrer an. Das Burkard Huwiler Werk hat über den Bildungsfonds ihre Weiterbildungen in Pädagogik und anderen Fachbereichen mitfinanziert. Priester sind viel günstigere Angestellte und sie bleiben länger an ihrer Stelle.

Gesundheitssystem
Tansania kennt keine obligatorische Krankenkasse, somit müssen die Kosten für die ärztliche Behandlung teilweise und für die Medikamente ganz bernommen werden. Dies hat zur Folge, dass sich viele Leute eine Behandlung gar nicht leisten können. Die Diözese Rulenge-Ngara betreibt mehrere Spitäler und hat auch schon Priestern eine Ausbildung zum Arzt ermöglicht. Das Burkard Huwiler Werk hat verschiedentlich den Kauf von Hygienematerial und medizinischen Geräten unterstützt. Insbesondere während der Covid-Pandemie konnten wir Sauerstoffgeräte und Hygieneartikel
finanzieren.

Vielen Dank!
Wir wurden durch Bischof Severine und seinem Team durch seine Diözese mit seinen diversen Angeboten geführt. Es war äusserst interessant die Leute und ihre Lebensthemen vor Ort zu erleben und von ihren Nöten zu hören. Wir waren beeindruckt von dem Einsatz der verschiedenen (jungen) Priester zu Gunsten der Menschen. Viel mehr als bei uns ist der Pfarrer Sozialarbeiter und unterstützt die Menschen in ihren Nöten.
Viel Infrastruktur in Bildung und Gesundheit wird von der katholischen Kirche erstellt und auch betrieben. Es war beeindruckend zu sehen, wie unser gespendetes Geld eine grosse Wirkung erzielt. Manchmal waren wir fast etwas beschämt, wenn wir gesehen haben, mit wie wenig die Leute auskommen müssen. Elektrizität und fliessendes Wasser ist ein Luxus, den die Wenigsten zur Verfügung haben.
Beeindruckt hat mich der Priester und leitende Arzt im Spital Biharamulo. Er hat sich bei uns bedankt, dass wir ihm über das Burkard Huwiler Werk die Ausbildung zum Mediziner bezahlt haben. Als beim Nachtessen der Strom ausfiel, holte er seine Stirnlampe, die er in solchen Situationen zum Operieren braucht. Das Spital besitzt keine Stromgeneratoren und muss sich bei den häufigen Stromausfällen irgendwie zu helfen wissen. Ebenso erzählte er uns, dass er 365 Tage und Nächte im Einsatz ist. Hauptsächlich als leitender Arzt, aber auch als Priester.

