Dank dem Burkard Huwiler Werk hatte ich die Möglichkeit nach Tansania zu reisen und dort während rund 5 Wochen in einem Kinderheim für Strassenkinder einen Volunteer Einsatz zu leisten. Das Kinderheim mit dem Namen Nazareth Center for children living in difficult conditions befindet sich in Ngara, einer kleinen Stadt nahe den Landesgrenzen zu Rwanda und Burundi.


Während meiner Zeit in Ngara konnte ich bei Bischof Severine wohnen. Er, die Pfarrer und die Schwestern waren alle sehr herzlich und hilfsbereit.
Die 45 Kinder welche aktuell im Nazareth Center leben, sind zwischen 4 und 23 Jahre alt, wobei die meisten von Ihnen im Kindergarten, Primar- und Oberstufenalter sind. Alle bringen Schicksalsschläge in das Nazareth Center, unterschiedlich von Kind zu Kind. Das Kinderheim besteht aus einem Haupthaus, in welchem die Schwestern ihre Schlafzimmer haben, eine Küche, Esszimmer und Bad. Das Büro befindet sich nebenan in einem separaten Gebäude. Dann gibt es je ein Knaben- und Mädchenhaus, wo die Kinder in Hochbetten schlafen. Es gibt ein Schulzimmer, eine Küche und ein überdachtes Esszimmer für die Kinder, eine Kapelle, einen Stall mit drei Kühen und mehreren Ziegen, einen Stall mit Hühnern, ein Fussballfeld und viel Gartenfläche, wo alles Mögliche wächst (Mais, Bananen, Avocado…). Das Kinderheim wird rund um die Uhr von einem Sicherheitsmitarbeiter am Eingangstor bewacht.


Das Kinderheim wird von mehreren Schwestern geleitet. Sie kommen alle aus der Demokratischen Republik Kongo, weshalb ich mich mit ihnen auf Französisch verständigte. Bischof Severine wohnt etwas ausserhalb von Ngara. Ich lief also jeden Tag rund 20 Minuten zum Kinderheim, welches sehr zentral in der Ortschaft liegt. Dort angekommen, umfassten meine Tätigkeiten die Digitalisierung aller Dossiers der Kinder (inkl. Fotos), Unterhaltung der Kinder (Spiele, Fussball, Swahili lernen), Englisch Unterricht geben, sowie allgemeine Unterstützungsarbeiten im Kinderheim.
Ich arbeitete jeweils von Montag bis Freitag, an den Wochenenden hatte ich frei. Manchmal blieb ich bei Severine zuhause, manchmal begleitete ich Ihn aber auch, beispielsweise an eine 1. Konfirmation in Rulenge. Dort lernte ich vier deutsche Volunteers kennen, mit denen ich mich in meiner übrigen Zeit noch einige Male verabredete. Auch die Schwestern des Kinderheims zeigten mir diverse Dinge. Einmal besuchten wir eine Schule, wo mehrere Kinder aus dem Heim zur Schule gingen. Ein anderes Mal wurde ich bei dem lokalen Radio herumgeführt und einmal konnte ich einen Tag mit nach Murukulazo, wo sie ein Stück Land besitzen, welches sie landwirtschaftlich unterhalten.
In Ngara selbst wurde ich sehr oft angesprochen. Ich unternahm viele Sachen mit den Einheimischen in meinem Alter. So trafen wir uns beispielsweise ein paar Mal zum Basketball- oder Fussballspielen oder abends in einer Bar zum Billard spielen.

Die Herzlichkeit und Lebensfreude der Menschen, welche ich bis zu diesem Zeitpunkt so noch nie erleben konnte, wird mir für immer bleiben. Ich werde diese Zeit nie vergessen. Vielen Dank an das Burkard Huwiler Werk und an Bischof Severine, die mir diesen Einsatz ermöglicht haben.
Linus Wegmann